20. Dezember

Weihnachtswunder gibt’s tatsächlich! – Teil 20

Als der Kuckuck zehnmal aus seiner Uhr heraus gerufen hatte, lösten die drei sich voneinander. Papa umarmte kurz Mama und mich und bat uns um Verzeihung dafür, dass er nie etwas von sich erzählt hatte. Mama strich ihm liebevoll über das Gesicht. Sie erzählte mir später, dass sie von der ersten Begegnung mit Papa an wusste, dass Klemens nicht sein Geburtsname war, aber sie hatte nie nachgefragt. Das war eine der schönen Eigenschaften von Mama. Sie wartete ab, bis man zu ihr kam und etwas erzählte. Sie bohrte so gut wie nie nach.

An diesem Abend erfuhr ich noch, dass Papa eigentlich Bastian hieß. Meine Großeltern hatten nach dem Verlust ihres Sohnes ihre Wohnung in Epfelsberg verlassen und waren in diese Hütte gezogen. Anfangs war es nur eine Holzhütte gewesen, die die beiden nach und nach vergrößerten und mit Steinen verstärkten. Sie gaben bis auf wenige Sachen ihren gesamten Hausstand ab sowie auch ihre Namen. Opa sagte, dass der Verlust ihres Sohnes sie zu anderen Menschen gemacht habe. Aus Theodor wurde Johann und aus Marlen Frieda. Johann arbeitete bei einem Optiker in der nächstgrößeren Stadt. Nach Epfelsberg kehrten sie nie wieder zurück.

Fortsetzung folgt …

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