18. Dezember

Weihnachtswunder gibt’s tatsächlich! – Teil 18

»Ich ging nicht zur Schule, durfte nie aus dem Haus. Mein Leben spielte sich nur in dem alten Bauernhaus, das direkt am ehemaligen Klostergarten steht, ab. Meine vermeintlichen Eltern waren nett zu mir, keine Frage. Ich bekam Spielzeug und hatte einen Privatlehrer. Ihm wurde erzählt, dass ich eine seltene Krankheit hätte. Tageslicht würde meine Haut verbrennen. Deshalb waren immer die Vorhänge geschlossen. Der Lehrer hatte es geglaubt. Als ich älter wurde, so ungefähr fünfzehn, hatte ich nachts Träume von einer Kindheit, die ich all die Jahre verdrängt hatte. Von anderen Eltern. Liebevoll und lustig. Eltern, die mit mir in den Wald gegangen sind und in Epfelsberg gewohnt haben.«

»Was?« So langsam verstand ich, warum Papa mit meinem Wohnort nicht einverstanden war. Er hatte hier eine Vergangenheit, an die er nicht mehr erinnert werden wollte.

»Ja, Lea. Ich komme aus Epfelsberg.« Er nahm den Weihnachtsmann vom Baum und stellte sich direkt vor Frieda und Johann. Mama ergriff meine Hände und hielt den Atem an. Sie wusste anscheinend auch nichts von Papas Vergangenheit.

Fortsetzung folgt …

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